10.07.2026

Nach einer öffentlichen Ausschreibung erhielt das Unternehmen NEC den Zuschlag für die Lieferung und Implementierung einer HSM-Lösung auf Basis von NEC-Hardware und der Software ScoutAM der Firma Versity.

Das HSM-System organisiert die gesamte Magnetband-basierte Langzeitspeicherung am DKRZ. Dazu gehören zehn Magnetbandbibliotheken, darunter drei moderne Bibliotheken des Typs Spectra Logic TFinity. Insgesamt verfügen die Bibliotheken über 130 LTO-Laufwerke und bieten Platz für bis zu 100.000 LTO-Magnetbandkassetten.

Das neue System fungiert dabei als zentrale Ein- und Ausgabeschnittstelle des Magnetbandarchivs. Die neue Infrastruktur soll den aggregierten Datendurchsatz deutlich verbessern; Klimadaten können nun mit bis zu 30 Gigabyte pro Sekunde zwischen Hochleistungsrechner und Archivsystem übertragen werden. Ein kombinierter SSD/Festplattencache mit einer Gesamtkapazität von 8,2 Petabyte sorgt zudem dafür, das Belastungsspitzen abgefangen werden und ein Teil der archivierten Daten direkt, also ohne langsame Bandzugriffe abgerufen werden kann.

Derzeit sind 254 Petabyte an Simulationsdaten im Archiv gespeichert, verteilt auf etwa 64 Millionen Dateien. Der jährliche Zuwachs beträgt aktuell etwa 30 Petabyte. Damit zählt es zu den weltweit größten Archiven für Klimasimulationsdaten.

Die Hardware für das neue System wurde Anfang April geliefert. Nach Installation der Komponenten und technischen Tests wurden schließlich die Metadaten des Klimadatenarchivs von dem bisher eingesetzten StrongLink-HSM-System auf die neue Versity-Plattform übertragen. Ab dem 10. Juli sollen Nutzer:innen des DKRZ auf das neue System zugreifen können.

Die am DKRZ eingesetzte Versity-Software wird bereits von Partnerinstitutionen in Deutschland wie zum Beispiel dem Zuse Institut Berlin, dem GFZ Helmholtz Zentrum für Geoforschung oder dem Helmholtz Zentrum Berlin oder auf internationaler Ebene von Institutionen wie der NASA für den Betrieb großer Magnetbandarchive eingesetzt. Die Einführung am DKRZ schafft damit zusätzliche Voraussetzungen für den Austausch von Erfahrungen und die gemeinsame Weiterentwicklung der Betriebsprozesse.

Der Ausbau des Datenarchivs ist Teil des Gesamtprojekts „Hochleistungsrechnersystem für Erdsystemforschung (HLRE-5)“, das mit insgesamt 45 Millionen Euro gemeinsam von der Max Planck Gesellschaft, der Helmholtz Gemeinschaft deutscher Forschungszentren und der Stadt Hamburg finanziert wird. Das ebenfalls zu erneuernde HPC-System ist derzeit in der Ausschreibung und soll 2027 installiert werden. Das neue HSM-System schafft die Voraussetzungen, um das erwartete Wachstum der Datenmengen aus der Erdsystemforschung langfristig zu bewältigen.