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Heizen mit Rechnerabwärme

22.01.2021

Klimaschutz in der Bundesstraße 45 und 45a sieht so aus: Der Supercomputer Mistral im Deutschen Klimarechenzentrum produziert Wärme und das benachbarte Institut für Technische und Makromolekulare Chemie (TCM) der Universität Hamburg nutzt seit einem Jahr diese ausgestoßene Wärme für die Beheizung der Chemielabore.

Heizen mit Rechnerabwärme

Filter des Zugluftansaugturms, die vor den Wärmetauschern platziert sind. (Foto: O. Cantürk)

Für die Einhaltung der Arbeitssicherheit in den Chemielaboren ist ein regelmäßiger Luftaustausch notwendig. So wird die Luft mithilfe von Lüftungsanlagen achtmal pro Stunde komplett ausgetauscht, was auch zu Wärmeverlusten führt.

Nebenan, im Deutschen Klimarechenzentrum berechnen Klimaforscherinnen und –forscher ihre aufwändigen Klimasimulationen auf dem Hochleistungsrechner Mistral, der dabei viel Abwärme produziert. Seit November 2019 die wird die überschüssige Wärmeenergie des Supercomputers über das Kühlwasser mittels Wärmetauschern in das Lüftungssystem der benachbarten Chemielabore geleitet. Die Wärme wird vom Wasser auf die Zuluft übertragen, den Laboren zugeführt und erwärmt dort die Raumluft.

Links: Blick auf die Wärmetauscher im Ansaugturm für Zugluft, mit denen die Abwärme des DKRZ-Supercomputers Mistral in die Chemielabore übertragen wird (Foto O. Cantürk). Rechts: Eine zweite Übertragungsstelle befindet sich auf dem Dach der Bundesstrasse 45 und versorgt die Labore der Pharmazie (Foto: DKRZ).

Im ersten Jahr seit Inbetriebnahme wurden dadurch insgesamt 3.500 Megawattstunden Wärmeenergie eingespart. Zum Vergleich: Ein Einfamilienhaus verbraucht im Durchschnitt 25 Megawattstunden Wärmeenergie im Jahr (Warmwasser und Heizung), d.h. die eingesparte Wärmeenergie wäre ausreichend für 140 Einfamilienhäuser.

Für das zweite Betriebsjahr 2021 sind einige Optimierungen beim Wärmetausch geplant, so dass sogar um die 4.000 Megawattstunden Wärmeenergie eingespart werden könnten.

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