Es gibt viele mögliche Klimazukünfte, aber nicht alle sind auch plausibel. Klimazukünfte entstehen aus einer Kombination sozialer und physikalischer Dynamiken, und um ihre Plausibilität abzuschätzen, müssen daher Erkenntnisse aus mehreren Disziplinen berücksichtigt werden. Der erste Hamburg Climate Futures Outlook versucht erstmals systematisch zu bewerten, ob bestimmte Klimazukünfte plausibel sind. Als plausibel werden diejenigen betrachtet, von denen erwartet wird, dass sie mit nennenswerter Wahrscheinlichkeit eintreten – basierend auf den derzeit vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Physik und Gesellschaftswissenschaften.

Fazit der Studie: Eine vollständige Dekarbonisierung bis 2050 ist derzeit nicht plausibel – der gesellschaftliche Wandel müsste erheblich ehrgeiziger ausfallen.

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Abbildung 1: Der Tachometer zeigt die ganze Bandbreite möglicher Emissionen im Jahr 2050 aus bestehenden Emissionsszenarien. Die Emissionen könnten bis 2050 netto-Null erreichen (vollständige Dekarbonisierung) oder sich im Vergleich zu heute verdoppeln (sehr hohe Emissionen). Die Tachonadel gibt in etwa die Emissionen im Jahr 2020 an. Die Bandbreite an plausiblen Emissionsszenarien hat sich durch die Bewertung der technisch-ökonomischen Plausibilität (Kapitel 3) und der sozialen Plausibilität (Kapitel 5) reduziert. Beide sind durch Streifen mit blau-rotem Farbverlauf dargestellt. Bei der Bewertung der sozialen Plausibilität wurden zukünftig ansteigende Emissionen noch nicht berücksichtigt (graues Band). ©UniHH/CLICCS

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