17.08.2026

Gemeinsam mit führenden deutschen Forschungsinstitutionen entwickelt das DKRZ Strategien und technische Lösungen, um gefährdete Datenbestände der Erdsystemforschung dauerhaft verfügbar zu halten und die Resilienz wissenschaftlicher Dateninfrastrukturen zu stärken. Das Projekt wird von NFDI4Earth koordiniert und läuft über 18 Monate.

Die Erdsystemwissenschaften sind heute stärker denn je auf internationale Dateninfrastrukturen angewiesen. Beobachtungsdaten, Simulationen und darauf aufbauende Datendienste entstehen in enger Zusammenarbeit zahlreicher Einrichtungen weltweit. Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen, dass selbst etablierte Datenangebote durch organisatorische Veränderungen, Budgetkürzungen oder politische Rahmenbedingungen gefährdet sein können. Ziel von SEND Earth Data ist es deshalb, gefährdete Datensätze und Datenservices frühzeitig zu identifizieren, Redundanzen aufzubauen und tragfähige Strategien für eine langfristige Sicherung zu entwickeln.

Das Projekt vereint die Expertise von Technische Universität Dresden, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, UFZ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung , Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und DKRZ. Gemeinsam entsteht ein nationales Netzwerk, das alle Bereiche der Erdsystemforschung abdeckt – von den Komponenten des Klimasystems wie Atmosphäre, Ozeanen und Hydrologie bis hin zu Biodiversität und Geowissenschaften  – und eng mit europäischen und internationalen Initiativen wie European Open Science Cloud (EOSC), Research Data Alliance (RDA), American Geophysical Union (AGU) und European Geosciences Union (EGU) zusammenarbeitet.

Die Rolle des DKRZ

Innerhalb des Projekts bringt das DKRZ seine langjährige Expertise im Management großer Klimadatenbestände und im Betrieb nachhaltiger Dateninfrastrukturen ein. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung robuster Lösungen für Klimasimulationsdaten mit einem Umfang von mehreren Petabyte.

Ein Schwerpunkt ist die Aufbereitung und Kuratierung großer Simulationsensembles in cloudoptimierte Analysis-Ready Data (ARD). Dadurch werden die Daten nicht nur langfristig gesichert, sondern gleichzeitig einfacher zugänglich und effizient für moderne Analyseverfahren nutzbar gemacht. Diese Arbeiten bauen auf den bestehenden Langzeitarchiven des World Data Center for Climate (WDCC) sowie den umfangreichen Datenservices des DKRZ auf.

Darüber hinaus übernimmt das DKRZ eine wichtige Rolle bei der europäischen Vernetzung. Als führender Partner der European Network for Earth System Modelling Research Infrastructure (ENES-RI) und Betreiber eines zentralen Daten-Knotens der Earth System Grid Federation (ESGF) stimmt das DKRZ seine Aktivitäten eng mit europäischen Partnern wie IPSL (Frankreich), CEDA (Großbritannien) und CINECA (Italien) sowie EOSC-Projekten  (e.g. EOSC-EDEN, EOSC-FIDELIS) ab. Ziel ist es, das WDCC als zentralen Baustein der internationalen Klimadateninfrastruktur weiter zu stärken.

Mehr als Datensicherung

SEND Earth Data beschränkt sich nicht nur auf das Spiegeln von Daten. Im Projekt entstehen standardisierte Verfahren für Datenübernahme, Qualitätskontrolle, Metadatenanreicherung und langfristige Kuratierung. Ergänzt werden diese technischen Lösungen durch rechtliche Handlungsempfehlungen sowie strategische Analysen, die zukünftige Risiken für wissenschaftliche Dateninfrastrukturen frühzeitig identifizieren sollen. Die Ergebnisse sollen dauerhaft als Services innerhalb von NFDI4Earth verfügbar gemacht werden und damit einen nachhaltigen Beitrag zur Datenresilienz der Erdsystemwissenschaften leisten.